Longboard Einsatzgebiete

Carving

Das Carving stammt ursprünglich vom Skifahren und Surfen ab. Anstatt zu beschleunigen, soll das Carven die Geschwindigkeit vor allem beim schnellen Downhill kontrolliert reduzieren. Durch das Fahren von engen Kurven oder Schlangenlinien und durch die Gewichtsverlagerung kann man die Bewegungsenergie aber ebenso nutzen um auf geraden Strecken zu beschleunigen. Im Gegensatz zum Sliden rutscht das Board nicht, sondern fährt kontrolliert auf einer Linie. Um die Kurven besser fahren zu können, haben Carving Boards einen Camber, also eine Wölbung des Bretts nach oben, damit der Schwung besser wirken kann. Wichtig für Carving Boards ist außerdem, dass sie sogenannte Cutouts haben. Die Rollen haben also Aussparungen im Board, damit sie nicht das Brett berühren und dabei blockieren können. Diese sogenannten Wheelbites können zu gefährlichen Unfällen führen. Wichtig für ein Carving Board sind außerdem besonders griffige Rollen und sehr wendige Achsen.

Cruising

Cruisen bezeichnet entspanntes Herumfahren mit dem Longboard, wobei keine hohen Geschwindigkeiten erreicht oder spezielle Tricks ausgeführt werden müssen. Es geht beim Cruising hauptsächlich um das Genießen. Cruising Boards haben oft Decks, also Bretter, bei denen beide Enden leicht nach oben gebogen sind. Diese Biegungen bezeichnet man als Nose und Tail. Deshalb ähneln Cruising Boards verlängerten Skateboards am meisten. Es gibt für Cruising Boards keine anderen besonderen Merkmale am Brett oder am restlichen Setup.

Dancing

Das sogenannte Dancing gehört beim Longboarden zum Freestyle. Der Ursprung bei dieser Technik liegt beim Boardwalking, einer Surftechnik. Auf dem Board werden dabei viele Schrittfolgen und drehende Bewegungen gemacht, die einem Tanz ähneln. Dadurch ist auch der Begriff „Dancing“ entstanden. Die sogenannten Dancer, oder auch Dancing Boards, sind mit ungefähr 120cm Länge größer als die restlichen Boards und besitzen mehr Flexibilität. Das Concave, also die Biegung der Längsseiten des Boards, ist beim Dancer schwach ausgeprägt. Um bessere Tricks zu schaffen, besitzt das Dancing Board, genauso wie das Cruising Board, Nose und Tail, also nach oben gewölbte Enden.

Freeride

Das Freeriden gehört zu den Longboard-Disziplinen, die die höchste Kreativität fordern. Bei der Geschwindigkeit, den Moves und Tricks sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wie auch bei Downhill-Boards sind die meisten Freeride-Boards auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Bei einigen Modellen ist jedoch der Flex, also die Flexibilität, stark ausgeprägt. Um Slides zu erleichtern, haben die meisten Boards symmetrische Twin-Tip-Decks, also Bretter mit Cutouts gegen Wheelbites, wie sie auch bei Carving Boards bekannt sind. Vorteilhaft für Slides sind ebenso Drop-Through-Boards, womit die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten verbessert wird. Manche Boards besitzen auch Nose und Tail um Wheelies, Shuvits und andere Tricks zu ermöglichen.

Downhill

Zu den extremsten Arten des Longboardens gehört Downhill. Dabei erreicht man Geschwindigkeiten von 100 km/h und sogar mehr. Um sich an Downhill heranzuwagen, ist es wichtig, dass man sein Board gut kennt und verantwortungsbewusst und sicher damit umgehen kann. Schutzkleidung wird für Downhill häufig empfohlen. Man kann sagen, dass Downhill zur professionellen Sektion des Longboardens gehört, da es sogar Turniere in diesem Bereich gibt. Die Eigenschaften der Downhill-Boards, auch Speedboards genannt, sind vor allem die Härte der Decks. Sie haben also wenig bis gar keine Flexibilität. Ab einer Geschwindigkeit von 50km/h neigen Longboards außerdem dazu zu schlingern. Dieses sogenannte „wobbeln“ kann durch eine Drop-Through Achse verhindert werden. Das Board hat dadurch einen tiefer liegenden Schwerpunkt und der Druck, den der Fahrer ausübt, wandert demnach unterhalb des Achsendrehpunkts. Die Stabilität des Boards wird also auch bei hohen Geschwindigkeiten gewährleistet. Durch Drop-Through Decks werden die Boards leider etwas träger in der Lenkung. Viele Fahrer wählen daher für kurvige Strecken flexfreie Top-Mount Boards, also Boards mit Standardachsen. Wenn die Boards zudem hohe Concaves, also eine starke Biegung, haben, sind sie meist agiler als Boards mit einer Drop-Through Achse.